Wo liegt Dschang?
Der Bezirk „Dschang“ (Wikipedia-Eintrag) mit seinen ca. 200000 Bewohnern befindet sich im Landkreis „Menoua“ der Provinz „West“ in der Gebirgsregion im Westen Kameruns.
Im Landkreis „Menoua“ grenzt Dschang westlich an den Bezirk „Fongo-Tongo“, süd-westlich an den Bezirk „Fontem“, nördlich an den Bezirk „Nkong-Zem“, südlich an den Bezirk „Santchou“ und östlich an den Bezirk „Fokoué“.
Dschang unterteilt sich in 5 Unterbezirke: „Foto“ (99 km²), „Foréké-Dschang“ (86 km²), „Fongo-Ndeng“ (31 km²), „Fossong-Wentcheng“ (18 km²) und „Fotetsa“ (11 km²), die eigentlich kleine Königreiche sind mit jeweils einem kulturellen Oberhaupt.
Das Stadtzentrum (7 km²) erstreckt sich zwischen „Foto“ und „Foréké-Dschang“.
Ein Umriss der administrativen Organisation
Die strenge administrative Organisation in Kamerun ist bist heute eine direkte Erbschaft der kolonialen Zeit geblieben, als es seitens der Kolonialmacht hauptsächlich nur darum ging, die Widerstandsbewegungen in Schacht zu halten und die ausbeuterischen Aktivitäten so gut wie möglich zu sichern. Der Gouverneur der Provinz des „Westens“ (mit Hauptsitz Bafoussam) und der „Préfet“ des Landkreises „Menoua“, die jeweils die oberste Leitung inne haben, stehen unter der direkten Leitung des Innenministeriums.
Damit ist die Funktion des Bürgermeisters im Bezirk „Menoua“ wie auch in den anderen kamerunischen Bezirken sehr geschwächt und wurde bis heute ohnehin nur von der postkolonialen Einheitspartei gestellt (abgesehen von einem Mal, als im Windschatten der Demokratiebewegungen im Anschluss an den Berliner-Mauerfall, auch in Kamerun frei gewählt werden durfte).
Der heutige Bürgermeister, Herr Dr. Momo Bernard, ein ehemaliger Universitätsprofessor zeigt sehr viel Engagement für die Verbesserung der Grundversorgungen in seiner Gemeinde. Eine schwierige Aufgabe in Anbetracht der Tatsache, dass das heutige Rathaus schon 1961 provisorisch nicht mal fertig gebaut, bis heute nicht einmal saniert wurde.
Ein Umriss der kolonialen und neokolonialen Einflüsse in Dschang
Der Vormarsch der deutschen Kolonialkräfte, der schon 1884 in der Strandregion um „Douala“ anfing erreichte schon bald die westliche Gebirgsregion um Dschang, wo eine Stadtfestung gleich zwischen 1905 und 1907 errichtet wurde. Dschang wurde schon im März 1907 zum Hauptbezirk der westlichen Region erklärt und die erste katholische Mission – Paroisse Sacré-Cœur (Grosse Mission) um 1910 gegründet.
Am Ende des ersten Weltkriegs erlebte die Bevölkerung von Dschang am 2. Januar 1915 den zweiten Einmarsch einer fremden Armee, geführt von englischen Offizieren. Deshalb stand Dschang und die westliche Region zwischen 1915 und 1920 unter englischer Besatzung. Dann wurde von der Société des Nations entschieden, dass West Kamerun und seine westliche Region um Dschang unter die „Obhut“ Frankreichs gestellt werden sollte. Diese französische Besatzung dauerte dann bis zur „Unabhängigkeit“ am 01. Januar 1960 an.
Der Weg zur Unabhängigkeit war ein Blutiger, der besonders in West-Kamerun aber auch in der Küstenregion um Douala und Edéa mehrere hunderttausende Menschenleben gekostet hat. Als der Sieg der Unabhängigkeitsbewegungen unumkehrbar erschien, war ein besonders „kluger“ Schachzug der Kolonialmächte, alle fähigen Oppositionsführer gezielt umbringen zu lassen und einer kontrollierten Unabhängigkeit unter der Leitung einer folgsamen, unfähigen und unpopulären Führung zuzustimmen. Damit waren zwei wichtige Voraussetzungen für die Einführung des Neokolonialismus geschaffen: 1. man hat sich die Dankbarkeit der nachkommenden Führung gesichert und 2. man hat ein System geschaffen, dass nur durch Diktatur erhalten werden kann.
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